Konzept

Das ehemalige Kaiserliche Postamt in der Eisenbahnstraße von Markranstädt wurde um 1899 vom damaligen Baumeister Melzer errichtet und ist in der Kulturdenkmalsliste Sachsen verzeichnet. Das Gebäude wurde bis 1939 als Postamt genutzt und steht seit Mitte der 90iger Jahre leer.

Bild_kaiserl.

Das Gebäudeensemble mit dem fünfgeschossigen Eckgebäude ist für Markranstädt sehr prägend. Als Eigentümer des Hauses Nummer 14 wurden durch die MBWV in Zusammenarbeit mit der Stadt Markranstädt im Jahr 2007 die Häuser Nummer 15, 16 und 18 zur Sicherung dieser kulturhistorischen Bausubstanz für Markranstädt erworben.

Um eine neue Flächenkonzeption umzusetzen erfolgte des Weiteren der Erwerb der Häuser Nummer 20 und 22 mit Komplettabriss. Durch den Komplettabriss bestand die einmalige Möglichkeit den Innenhofbereich abzureißen um genügend Platz zu schaffen. Aufgrund des sehr langen Leerstandes wurde schon beim Erwerb eine teilweise sehr desolate Bausubstanz mit ca. 2700m² Wohnfläche vorgefunden.

Nach kostenaufwändigen Sicherungsmaßnahmen erfolgte mit Planungsbeginn im Jahr 2012 der interne Baustart. Ziel dabei war es einerseits das prägende Gebäudeensemble zu erhalten, zum Teil den Ursprungszustand der Außenansicht wiederherzustellen, aber auch den heutigen Wohnstandard hinsichtlich der Energieeinsparung und der Barrierefreiheit zu berücksichtigen. Besonders viel Wert wurde darauf gelegt, das über eine neue Grundrissgestaltung vor allem Funktionalräume in Richtung Bahnhof gelegt werden und die Wohnräume in Richtung Süden hofseitig. Der Abriss einer Vielzahl von Innenhofgebäuden ermöglicht eine großflächige Begrünung des Hofareals sowie die Schaffung von begrenzten Abstellflächen in diesem zentralen Bereich. Die wichtigste Aufgabe, welche sich als wahre Herausforderung darstellte, war einerseits die Ansprüche des Denkmalschutzes bei der Genehmigungsbehörde zu erfüllen andererseits die Kosten dafür nicht ausufern zu lassen aber auch der Energiesparordnung sowie der dringend notwendigen Barrierefreiheit zu entsprechen. Dies alles zusammengerechnet macht sich auch im Mietpreis bemerkbar. Dabei sollte trotz aufwändigster Sanierung und Einbeziehung von SOP-Fördermitteln von höchstens 6,00 – 6,50 € Kaltmiete ausgegangen werden.